Deutscher Spielepreis 2020: Die Crew siegt

Andor Junior gewinnt Deutschen Kinderspielepreis

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 14.09.2020
Deutscher Spielepreis 2020: Die Crew siegt
Lesezeit: ca. 2 Minuten

2020 ist ganz anders. Die Pandemie wirft ihre Schatten über das Geschehen der Welt. So auch über die der Spielebranche. Doch bei aller Kontaktbeschränkung im Frühjahr und verzögerten Auslieferungen geht Manches auch den gewohnten Gang. Der Friedhelm Merz Verlag musste zwar die Spiel '20 in Essen absagen und in digitaler Form ausrichten, aber nicht die Wahl zum Deutschen Spielepreis. Dessen Gewinner stehen nun fest.

Die Crew und Andor Junior beim DSP 2020 vorn

Den Deutschen Kinderspielepreis gewinnt Andor Junior. Das Kinder- und Familienspiel von Inka und  Markus Brand setzt die erfolgreichen Veröffentlichungen der Serie bei Kosmos fort. 2 – 4 Spieler ab 7 Jahre können in das Andor-Universum abtauchen und mit etwas zugänglicheren Regeln große Abenteuer erleben.

Der Deutsche Spielepreis 2020 geht an Die Crew von Thomas Sing. Erschienen ist das Kartenspiel ebenfalls bei Kosmos. Aufgabe der 3 – 5 Spieler ab 10 Jahren ist es, sich geschickt abzustimmen, um durch Kartenstiche ein Weltraumabenteuer zu bestehen. Anfangs ist die Aufgabe noch ganz einfach, Doch bald stellt sich heraus, dass der Stichspielcharakter Tücken hat, wenn man gemeinsam spielt und praktisch kein Wort zu den eigenen Karten sagen darf.

Deutscher Spielepreis: die Platzierungen der Top 10

  1. Die Crew von Thomas Sing (Kosmos)
  2. Der Kartograph Jordy Adan (Pegasus Spiele)
  3. Maracaibo von Alexander Pfister (Game's Up)
  4. Wasserkraft von Tommaso Battista und Simone Luciani (Feuerland)
  5. Cooper Island von Andreas Odendahl (Frosted Games/Pegasus Spiele)
  6. Glen More II: Chronicles von Matthias Cramer (Funtails)
  7. Crystal Palace von Carsten Lauber (Feuerland)
  8. Parks von Henry Audubon (Feuerland)
  9. Marco Polo II – Im Auftrag des Khan von Simone Luciani und Daniele Tascini (Hans im Glück)
  10. Paladine des Westfrankenreichs von Shem Phillips und S. J. Macdonald  (Schwerkraft)

Überraschend ist, dass seit Längerem wieder ein echtes Kartenspiel den Preis erringen konnte. Das schafften bisher nur 7 Wonders und Dominion – beide haben jedoch eher einen Brettspielcharakter. Ebenfalls ungewöhnlich ist, dass Pictures als diesjähriges Spiel des Jahres sich nicht unter den Top 10 platzieren konnte. Üblicherweise tauchen die Preisträger zumindest auf den hinteren Rängen auf.

Der Deutsche Spielepreis ist ein Publikumspreis

Anders als das Spiel des Jahres steht hinter der Auszeichnung keine Jury. Es findet eine Wahl statt, bei der jeder Spieleinteressierte einzeln oder als Spielegruppe abstimmen kann. Dafür waren mehrere Wochen Zeit. Wie viele Stimmen es dieses Jahr gab, hat der Friedhelm Merz Verlag nicht veröffentlicht. In der Vergangenheit lag die Teilnehmerzahl meistens nur im niedrigen vierstelligen Bereich. Dennoch gilt der Deutsche Spielepreis als wichtiger Gradmesser, wie gut eine Veröffentlichung beim Publikum ankommt. Da es sich in der Regel um erfahrene Spieler handelt, die an der Abstimmung teilnehmen, spiegeln sich in erster Linie komplexere oder fordernde Veröffentlichungen in den Top 10 wider.

Quelle: 
Friedhelm Merz Verlag/eigene Recherche