Spielgefühl: City of Rome

Bestechend einfacher Städtebau

ein Spiele-Artikel von Bernhard Zaugg - 06.11.2018
City of Rome - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Eigentlich weiss niemand so genau, weshalb die alten Römer derart lange brauchten für den Bau ihrer ewigen Stadt. Bei City of Rome dauert das Ganze jedenfalls gerade mal 14 Spielrunden mit meist je zwei Aktionen der jeweiligen Spieler. Aber selbst diese haben es in sich, so viel kann schon nach kurzer Zeit gesagt werden.

City of Rome: So ist der Eindruck

Das Spiel besteht hauptsächlich aus einer ganzen Anzahl unterschiedlicher Gebäudekärtchen, die in mehreren Stapeln bereitgelegt werden müssen. Zu Beginn jeder Runde wird je das oberste Kärtchen aufgedeckt und bereitgelegt, dann geht es ans Verteilen. Dazu setzen die Spieler ihre Baumeisterfigur auf einen speziellen Kartonstreifen, der in der Tischmitte ausliegt und mit dem die Reihenfolge bei der Auswahl der Gebäudekärtchen gesteuert wird.

Und da stellen sich bereits die ersten Fragen: Will ich mich als erster bedienen können und nehme ich dafür Einschränkungen und Nachteile bei der anschließenden Bau- und Produktionsphase in Kauf? Oder ist mir die Auswahl der Kärtchen nicht so wichtig und profitiere ich dafür von den Vorteilen, die mir der Aktionsstreifen für die beiden Phasen gewährt? Da gilt es gut abzuwägen und auch die Gegner und deren mögliche Absichten einzuschätzen.

Kniffelige Entscheidungen bei City of Rome

Das eigentlich Knifflige folgt dann allerdings beim Bauen und Einsetzen der jeweiligen Kärtchen. Die Anleitung enthält nämlich eine umfassende, aber auf den ersten Blick auch kaum zu überblickende Übersicht über die diversen Gebäudekategorien wie Wohnhäuser, Tempel, öffentliche und Produktionsgebäude und deren einzelne Vertreter. Auf der anderen Seite sind die verschiedenen für die Wertung maßgebenden Voraussetzungen und Punktemöglichkeiten zu beachten. Und das alles sollte bereits beim Auswählen und beim anschliessenden Einsetzen der Kärtchen bestmöglich berücksichtigt werden, was eine ziemliche Hürde zu sein scheint.

Andererseits sind das Einsetzen der Gebäudekärtchen und der Betrieb der Produktionsanlagen mit Kosten verbunden, die mir vom Aktionsstreifen auf den hinteren Auswahlplätzen gewissermaßen vorgeschossen und zumindest teilweise zur Verfügung gestellt werden. Und da gilt es eben abzuwägen, ob mir die volle Auswahl der Gebäudekärtchen oder aber ein kostengünstiger oder -freier Erwerb und Betrieb der jeweiligen Gebäude wichtiger ist. Innert Kürze sind aber selbst da die wichtigsten Zusammenhänge verstanden und kann frei losgelegt werden.

Spielgefühl von City of Rome: bestechend einfach

Das Spiel besticht durch einfache Mechanismen, die aber ziemliche Auswirkungen haben können und so durchaus relevant sind. Dabei gibt es eine nicht unerhebliche Glückskomponente beim Aufdecken der jede Runde neu zur Auswahl stehenden Kärtchen. Wer da im richtigen Moment die Startspielerfigur vor sich hat und als erster den passenden (vordersten) Platz auf dem Aktionsstreifen belegen kann, hat nicht unerhebliche Vorteile. Andererseits fällt das angesichts der kurzen Spieldauer und der jederzeitigen Möglichkeit einer Revanchepartie kaum ins Gewicht.

City of Rome belegte von Anfang an einen der ersten Plätze auf der Scoutingliste der Spielmesse 2018 in Essen und dürfte auch in der Endabrechnung ganz weit vorne liegen. Schon nach einer ersten Partie kann man verstehen, weshalb das so der Fall war. Zugleich gibt es noch viel auszuprobieren und unterschiedlichste Strategien zu testen - ich freue mich jetzt schon darauf!