Wohin mit den alten Spielen?

Tipps für den Second-Hand-Verkauf

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 27.10.2022
Alte Spiele verkaufen, um PLatz zu schaffen
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Echte Spielefans sind immer auf der Suche nach neuen Inspirationen. In diesem Zusammenhang spielt Jahr für Jahr die Spielemesse in Essen eine große Rolle. Eine vierstellige Zahl von Neuheiten gab es allein 2022 zu sehen. Doch wohin mit den neuen Anschaffungen, wenn im heimischen Regal eigentlich schon alles voll ist? Dann muss man wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und sich ans Ausmisten machen. Während es grundsätzlich ein gutes Gefühl gibt, mal so richtig klar Schiff zu machen, ist das bei der eigenen Spielesammlung so eine Sache. Aber: Gut erhaltene Gesellschaftsspiele lassen sich in der Regel problemlos weiterverkaufen. Es gibt allerdings ein paar Punkte zu beachten.

Weiterverkaufen spart Platz und Geld

Manchmal kommt es einem so vor, alles würde immer teurer werden. In Bezug auf Gesellschaftsspiele trifft dies allerdings tatsächlich zu. So konnte man auf der Spiel 22 in Essen wirklich beobachten, dass viele Brettspiele im Preis gestiegen oder aber sofort ausverkauft gewesen sind.

Für sammelnde Fans und für vielkaufende Nerds bleibt es daher eine gute Idee, von Zeit zu Zeit mit aussortierten Gesellschaftsspielen noch etwas dazuzuverdienen. Die zweite Wahl im Spieleregal wird eh meistens kaum noch auf dem Tisch landen. Dafür gibt es viel zu viele angeschaffte Neuheiten oder gute Klassiker. Außerdem profitieren so beide Seiten: Die Fans haben keine verstaubten Leichen mehr im Regal, die neuen Besitzer können die eine oder andere Perle zu einem günstigen Preis erwerben.

Die Neuheiten aus 2022 suchen Platz im Regal

Second-Hand-Verkauf: Diese Möglichkeiten gibt es

Gebrauchte Gesellschaftsspiele und Kinderspiele lassen sich über verschiedene Wege verkaufen. Der traditionellere Weg verläuft über Auktionsplattformen (häufig mit mäßigem Erfolg), Flohmärkte, Anzeigen oder Geschäfte und Spieleverleihe, die solche Exemplare aufkaufen. Der Aufwand ist aber meistens recht groß.

Mittlerweile gibt es weitere Möglichkeiten, um gebrauchte Brettspiele zu verkaufen. Die wohl unkomplizierteste Alternative sind Händler wie momox. Über solche Portale lassen sich theoretisch sämtliche Gegenstände verkaufen, die eine ISBN-Nummer besitzen, beispielsweise Computerspiele, CDs, Bücher oder eben auch Brettspiele.

Der Ablauf ist simpel: Einfach die Nummern oder Barcodes einscannen, schon kommt ein Preisvorschlag. Das Beste: Für jedes gebrauchte Spiel mit einer solchen Nummer wird der Preis sofort online angezeigt. Nun folgt eine Zustimmung und die aussortierten Spiele werden losgeschickt. Dabei greift häufig sogar eine Regel zum versandkostenfreien Zusenden. Nach wenigen Tagen sollte das Geld dann auf dem Konto sein. Die eigenen gebrauchten Spiele an Händler zu verkaufen, hat den Vorteil, dass sich so relativ unkompliziert eine größere Menge aus dem Regal zu Geld machen lässt.

Kleinanzeigen und Versteigerungen

Für wertvollere Einzelstücke lohnt sich eBay Kleinanzeigen oder eine Auktion über die ebay-Seite. Der Aufwand ist hier allerdings deutlich größer: Um einen guten Preis zu erzielen, gehören individuelle Fotos und ein guter Text dazu. Manchmal geht ein Stück auch nicht weg oder der Kontakt zu potenziellen Käufern gestaltet sich schwierig. Dafür ist es jedoch möglich, höhere Verkaufspreise zu erzielen.

Spenden statt verkaufen

Wer mich kennt, weiß eine andere Lösung: Besonders pflegeleicht lassen sich Gesellschaftsspiele auch an Bibliotheken und soziale Vereine spenden. Wem der Verkaufserlös egal ist, kann als letzte Option also Teile der eigenen Spielesammlung spenden. Das schafft neben Platz im Regal noch ein gutes Gefühl.

So gelingt der Weiterverkauf

Wer Gesellschaftsspiele, Kartenspiele oder Kinderspiele verkaufen möchte, sollte einige Tricks nutzen. Diese helfen, bessere Verkäufe zu erzielen.

So sollte jedes Spiel selbstverständlich bis auf den letzten Pöppel vollzählig sein. Anschließend gilt es, die Originalverpackung auf Gebrauchsspuren zu überprüfen. Wer seine Sammlung verschenken oder spenden möchte, hat damit kein Problem. Aber bei Kaufinteressenten kann eine etwas lädierte Verpackung schon das Aus bedeuten. Vor allem Sammler legen Wert auf einen Top-Zustand. Auf jeden Fall handelt es sich bei dem Zustand der Verpackung um einen Faktor, der den Erlös mitbestimmt. Das gilt selbstverständlich auch für den Rest des Inhalts. Gerade bei Karten kommt es schnell zum unbeliebten Klebeeffekt durch fettige Hände.

Preis recherchieren!

Bei älteren Spielen gehört außerdem eine kurze Recherche dazu. Denn es ist wichtig, den aktuellen Handelspreis für gebrauchte Gesellschaftsspiele zu ermitteln. So manches vergriffene Exemplar erzielt im Second Hand Handel mehr Geld als gedacht. Besonders Kultspiele und Erstauflagen gewinnen mit der Zeit immer mehr an Wert. Andere hingegen kann man nach ein paar Jahren eigentlich doch nur noch verschenken …

Alte Spiele müssen raus aus dem Regal

Besonderheiten beim Verkauf gebrauchter Produkte beachten

Übrigens gilt das alles auch für andere Produkte wie zum Beispiel PC-Spiele. Allerdings kann es je nach Artikel noch Einschränkungen geben. Bei manchen PC-Spielen, die nur durch die Weitergabe eines Nutzerkontos weggegeben werden können, ist der Verkauf grundsätzlich verboten. Schlimmstenfalls drohen sogar Strafen. Weniger drastisch, aber ebenso folgenreich kann der Verkauf von Rezensionsexemplaren oder limitierten Auflagen sein, die Journalisten wie ich manchmal geschenkt bekommen. Darauf reagieren Die Verlage teilweise richtig allergisch. Es halten sich Gerüchte, dass einige Rezensenten den Unmut von Verlagen auf sich gezogen haben, weil Sie solche Exemplare als Second-Hand-Spiele verkauft haben. Von der steuerlichen Sache mal ganz abgesehen.

Wer diese kleinen Tipps beherzigt, kann schnell viel Platz im Regal schaffen. Denn mal ehrlich: Wer erinnert sich noch an mehr als fünf Spiele, die vor fünf, zehn oder mehr Jahren erschienen sind? Die allermeisten versinken erst in der Flut der Neuheiten und verstauben dann im Regal. Mein Liebling ist ja die Spende. Aber viele andere verkaufen lieber über Flohmärkte oder zum Beispiel die genannten Second-Hand-Plattformen.

So oder so: Auf dem Gebrauchtmarkt lassen sich mit den nicht mehr benötigten Exemplare ein paar Euro machen. Das schafft Platz und Ressourcen für viele spannende Neuheiten. Und viele andere freuen sich über günstige Spiele, die sie ausprobieren können.

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